ich glaube, schon erwähnt zu haben, dass ich ein ziemlicher fan von olivier messiaen bin.
eben fand ich auf youtube zwei feine videos. im ersten ist nicht viel los:
der meister überlegt sich, wie er die orgel für das kommende registrieren soll. im zweiten video gehts dann dafür aber ab:
messiaen improvisiert knapp neun minuten über puer natus est nobis, in seinem unverwechselbaren stil.
und wer den mann bzw. seine musik noch nicht kannte und jetzt neugierig geworden ist, der mag sich bitte unbedingt das große späte orchesterwerk éclairs sur l'au-delà (etwa: augenblicke ins jenseits? mein französisch ...) reinziehen. ein videomäßig ruckeliger aber musikalisch spitzenmäßiger – berliner philharmoniker unter sir simon rattle, was soll man auch sonst erwarten – vorgeschmack:
was für ein komponist.
ja ja, barock ist auch schön, aber die ausdrucksmittel waren dann doch etwas eingeschränkter. ;-)
Samstag, 26. Februar 2011
Mittwoch, 16. Februar 2011
ach so ...
... da bei kreuz.net tummeln sich einfach nur faschos? ja dann ...
(schlimm eigentlich, dass das mit katholizismus zusammen in einem atemzug bzw. auf einer webseite funktioniert.)
lustiges fundstück aus dem artikel:
"In vorbildlicher Disziplin prallten die primitiven Attacken an den Marschierenden ab."
aha, die attacken sind also bei aller primitivität doch so diszipliniert, dass sie an den marschierenden abprallen. beachtlich.
deutsch können und deutsch tümeln sind halt zwei paar schuhe. und jetzt bitte keine verweise auf meine shift-tasten-ignorierende orthographie. ;-)
und bevor mir einer vorwirft, ich sähe da vielleicht zu schwarz äh braun, möge er bitte einen blick auf die übrigen elaborate des verfassers u. a. der zitierten zeile werfen. dieser "antipasti" oder so benutzt vokabeln wie "Judenstämmling", "schwule[r] Jüdling" ... na is klar.
faschos.
kreuz.net sollte man die ehre aberkennen, sich eine katholische webseite nennen zu dürfen. blödes pack.
(schlimm eigentlich, dass das mit katholizismus zusammen in einem atemzug bzw. auf einer webseite funktioniert.)
lustiges fundstück aus dem artikel:
"In vorbildlicher Disziplin prallten die primitiven Attacken an den Marschierenden ab."
aha, die attacken sind also bei aller primitivität doch so diszipliniert, dass sie an den marschierenden abprallen. beachtlich.
deutsch können und deutsch tümeln sind halt zwei paar schuhe. und jetzt bitte keine verweise auf meine shift-tasten-ignorierende orthographie. ;-)
und bevor mir einer vorwirft, ich sähe da vielleicht zu schwarz äh braun, möge er bitte einen blick auf die übrigen elaborate des verfassers u. a. der zitierten zeile werfen. dieser "antipasti" oder so benutzt vokabeln wie "Judenstämmling", "schwule[r] Jüdling" ... na is klar.
faschos.
kreuz.net sollte man die ehre aberkennen, sich eine katholische webseite nennen zu dürfen. blödes pack.
Dienstag, 15. Februar 2011
zivilcourage
so nimmt frau käßmann den ihr zugedachten preis also nicht an.
sehr interessant ist in dem zusammenhang, dass (a) der preis ihr nicht etwa wegen ihres sowieso nicht unter zivilcourage verbuchbaren rücktritts zugedacht werden sollte, und dass (b) viele sich schon mal vorab das maul über die designierte preisträgerin zerrissen haben, weil ihnen umstand (a) - ob aus unwissen oder schuldhafter ignoranz - nicht bekannt war.
klar, dass sie nun ablehnt: ich würde mich auch nicht hinstellen und einen an sich sinnvollen preis sowie eine an sich sinnvolle vergabe dadurch diskreditieren helfen, dass ein haufen pfeifen sich nicht ordentlich informieren will, sondern nur bei spiegel online nachliest, wo der schwachsinn über den grund der preisverleihung auch verbreitet wird, oder bei kath.net, wo man diesem medium warum auch immer blind zu vertrauen scheint.
vielleicht ist sie ja doch ganz integer, hm? ziehts euch rein, geifernde massen in der kath.net-combox und anderswo.
und denkt vielleicht mal darüber nach, ob bei euch unter der haube nicht dieselben empörungsmechanismen ticken könnten wie bei den deppen, die ständig behaupten, katholische priester seien pädophil.
pfui. beziehungsweise chapeau. je nach adressaten/in.
sehr interessant ist in dem zusammenhang, dass (a) der preis ihr nicht etwa wegen ihres sowieso nicht unter zivilcourage verbuchbaren rücktritts zugedacht werden sollte, und dass (b) viele sich schon mal vorab das maul über die designierte preisträgerin zerrissen haben, weil ihnen umstand (a) - ob aus unwissen oder schuldhafter ignoranz - nicht bekannt war.
klar, dass sie nun ablehnt: ich würde mich auch nicht hinstellen und einen an sich sinnvollen preis sowie eine an sich sinnvolle vergabe dadurch diskreditieren helfen, dass ein haufen pfeifen sich nicht ordentlich informieren will, sondern nur bei spiegel online nachliest, wo der schwachsinn über den grund der preisverleihung auch verbreitet wird, oder bei kath.net, wo man diesem medium warum auch immer blind zu vertrauen scheint.
vielleicht ist sie ja doch ganz integer, hm? ziehts euch rein, geifernde massen in der kath.net-combox und anderswo.
und denkt vielleicht mal darüber nach, ob bei euch unter der haube nicht dieselben empörungsmechanismen ticken könnten wie bei den deppen, die ständig behaupten, katholische priester seien pädophil.
pfui. beziehungsweise chapeau. je nach adressaten/in.
Sonntag, 6. Februar 2011
und selbst?
drüben beim herrn alipius gibts mal wieder denkanstößiges.
danke an alipius für die dort formulierten gedanken, an lauda sion für die zitierte bibelstelle und an mama sowieso. :-)
mir wird beim lesen der timotheus-stelle abwechselnd kalt und warm. dürfen wir den text und die warnungen dort nur auf die jeweils anderen beziehen, oder sollten wir uns auch mal (und zuerst) an die eigene nase fassen?
tragen wir, in welchem kontext auch immer ("alte" und "neue" liturgie, 143 essenziell mehr protestantismus einfordernde theologen, auseinandersetzung mit anderen christlichen konfessionen oder dem islam oder oder oder ...), die nase nicht auch manchmal ein wenig hoch? sind wir wirklich davor gefeit, "prahlerisch, überheblich, bösartig, ... lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, ... hochmütig" zu sein?
(das ist nur eine auswahl der im brief an timotheus genannten merkmale - man mag mir vorwerfen, selektiv zu sein, aber ich bin mir sicher, dass paulus auch untermengen des aufgezählten als symptomatisch bezeichnet hätte.)
ich nehme mich selbst nicht von der kritik aus. darin besteht für mich ein wichtiger aspekt des glaubens: sich ständig an den großen und wichtigen maßstäben zu messen, aber eben auch messen zu lassen.
eigentlich gipfelt der gedanke in der frage, wie wir es mit dem leben aus dem glauben halten. praktizieren wir den katholizismus nur, tragen wir ihn vor uns her, oder leben wir ihn, aus innerster überzeugung?
danke an alipius für die dort formulierten gedanken, an lauda sion für die zitierte bibelstelle und an mama sowieso. :-)
mir wird beim lesen der timotheus-stelle abwechselnd kalt und warm. dürfen wir den text und die warnungen dort nur auf die jeweils anderen beziehen, oder sollten wir uns auch mal (und zuerst) an die eigene nase fassen?
tragen wir, in welchem kontext auch immer ("alte" und "neue" liturgie, 143 essenziell mehr protestantismus einfordernde theologen, auseinandersetzung mit anderen christlichen konfessionen oder dem islam oder oder oder ...), die nase nicht auch manchmal ein wenig hoch? sind wir wirklich davor gefeit, "prahlerisch, überheblich, bösartig, ... lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, ... hochmütig" zu sein?
(das ist nur eine auswahl der im brief an timotheus genannten merkmale - man mag mir vorwerfen, selektiv zu sein, aber ich bin mir sicher, dass paulus auch untermengen des aufgezählten als symptomatisch bezeichnet hätte.)
ich nehme mich selbst nicht von der kritik aus. darin besteht für mich ein wichtiger aspekt des glaubens: sich ständig an den großen und wichtigen maßstäben zu messen, aber eben auch messen zu lassen.
eigentlich gipfelt der gedanke in der frage, wie wir es mit dem leben aus dem glauben halten. praktizieren wir den katholizismus nur, tragen wir ihn vor uns her, oder leben wir ihn, aus innerster überzeugung?
Freitag, 7. Januar 2011
liturgischer tanz
drüben beim herrn alipius gibts unter dem titel "Flashmob des Grauens" ein video anzusehen, das manchen die zehennägel aufzurollen scheint, wenn man sich die kommentare anschaut.
um das gleich vorab klar zu stellen: das ist nicht meine form des gotteslobs, und ich würde auch vermutlich nicht in gottesdienste gehen, von denen ich vorab weiß, dass da sowas passiert, schon allein, weil ich sakro-pop echt nicht leiden kann. auch dass ein priester in amtskleidung sich aus gründen der amtswürde an derlei tänzen nicht beteiligen sollte, liegt auf der hand.
aber.
wie gesagt, die kommentare drüben geben ein recht klares meinungsbild ab, das von eher haptischen äußerungen gegenperistaltischer prägung ("*würg*") über ironische sentenzen ("Immerhin ist die "Gebets"-Richtung korrekt ;-)") bis hin zu verschwörungstheorien ("Bestimmt eine hinterhältige Aktion der gemeinen Piusbrüder ...") reicht. so lange hinter derlei äußerungen geschmacksurteile stehen, die letzten endes darauf hinaus laufen, dass man sich mit dieser form des gotteslobs nicht wohl fühlen mag, geht das alles ja auch noch an.
leider findet sich aber auch abschätziges wie das hier:
stimmt: die kirche ist der ort, wo das kreuzesopfer unblutig erneuert wird. sie ist aber bitteschön auch und besonders der ort, wo die auferstehung des herrn freudig gefeiert wird. wenn man ernsthaft diesen aspekt der freude aus dem katholizismus wegreden möchte, ist diese religion doch flugs eines elementaren bestandteils beraubt. verkürzt dargestellt, ist tanz eine möglichkeit des ausdrucks, und freude kann solcherart auch ausgedrückt werden. "lobt ihn mit pauken und tanz, lobt ihn mit flöten und saitenspiel" (150,4). wer ist wohl mit "ihn" gemeint?
salomos tempel war nun auch nicht gerade eine katholische einrichtung, und obiger psalmvers möge bitte noch einmal berücksichtigt werden.
und "unschön und dumm": unschön - vielleicht (wie gesagt, meine form ist es auch nicht), aber dumm? das ist ziemlich herablassend und spricht jenen tänzern, die einfach eine andere ausdrucksweise für das darbringen von lobpreis haben, ab, dass sie das, was sie tun, ernst meinen und verstehen. solcherart hochnäsige äußerungen gibt es bei uns leider ziemlich oft, auch und gerne dann, wenn es um das thema ordentliche vs. außerordentliche form geht. man fühlt sich da gerne mal besonders heilig (oder so), weil man die dinge nun einmal so und nicht anders macht.
liebe schwestern und brüder: wir alle haben grund zur freude. wir haben nur nicht dieselben ausdrucksweisen. (kirchenmusikalisch gesehen, klingt freude bei max reger auch anders als bei olivier messiaen: hie spätromantisch/bachisch und wuchtig, dort ekstatisch-leuchtend. geht aber beides monstermäßig ab.)
... und wenn man sich das video mal aufmerksam anschaut, wird man sehen, dass die flashmob-freude durchaus ansteckend wirkt (und nicht nur auf den priester). ist das schlecht? freude zu empfinden und auch zu äußern?
nach all dem ärger gab es aber auch einen kommentar von alipius selbst, auf den ich auch noch gern eingehen möchte.
zunächst zum flashmob-aspekt. alipius dazu:
aber zugegeben: aufdrängen sollte man sich anderen damit nicht. dem kritikpunkt stimme ich zu.
alipius weiter:
alipius abschließend:
"wo zwei oder drei in meinem namen beisammen sind ..."
um das gleich vorab klar zu stellen: das ist nicht meine form des gotteslobs, und ich würde auch vermutlich nicht in gottesdienste gehen, von denen ich vorab weiß, dass da sowas passiert, schon allein, weil ich sakro-pop echt nicht leiden kann. auch dass ein priester in amtskleidung sich aus gründen der amtswürde an derlei tänzen nicht beteiligen sollte, liegt auf der hand.
aber.
wie gesagt, die kommentare drüben geben ein recht klares meinungsbild ab, das von eher haptischen äußerungen gegenperistaltischer prägung ("*würg*") über ironische sentenzen ("Immerhin ist die "Gebets"-Richtung korrekt ;-)") bis hin zu verschwörungstheorien ("Bestimmt eine hinterhältige Aktion der gemeinen Piusbrüder ...") reicht. so lange hinter derlei äußerungen geschmacksurteile stehen, die letzten endes darauf hinaus laufen, dass man sich mit dieser form des gotteslobs nicht wohl fühlen mag, geht das alles ja auch noch an.
leider findet sich aber auch abschätziges wie das hier:
Also - ich kann es schon deshalb nicht o.k. finden, weil nirgendwo berichtet worden ist, dass auf Golgotha ... getanzt wurde.
Ist denn nun die Kirche der Ort, wo das Kreuzesopfer unblutig erneuert wird, oder ist sie das nicht?
Es ist jedenfalls nicht Salomos Tempel, in dem getanzt werden durfte.
Abgesehen davon: es ist unschön und dumm, auch außerhalb der Kirche.stimmt: auf golgotha wurde (wahrscheinlich) nicht getanzt. dort wurden aber (wahrscheinlich) auch keine gregorianischen choräle gesungen, oder ein responsoriales halleluja. machen wir trotzdem in der kirche. komisch.
stimmt: die kirche ist der ort, wo das kreuzesopfer unblutig erneuert wird. sie ist aber bitteschön auch und besonders der ort, wo die auferstehung des herrn freudig gefeiert wird. wenn man ernsthaft diesen aspekt der freude aus dem katholizismus wegreden möchte, ist diese religion doch flugs eines elementaren bestandteils beraubt. verkürzt dargestellt, ist tanz eine möglichkeit des ausdrucks, und freude kann solcherart auch ausgedrückt werden. "lobt ihn mit pauken und tanz, lobt ihn mit flöten und saitenspiel" (150,4). wer ist wohl mit "ihn" gemeint?
salomos tempel war nun auch nicht gerade eine katholische einrichtung, und obiger psalmvers möge bitte noch einmal berücksichtigt werden.
und "unschön und dumm": unschön - vielleicht (wie gesagt, meine form ist es auch nicht), aber dumm? das ist ziemlich herablassend und spricht jenen tänzern, die einfach eine andere ausdrucksweise für das darbringen von lobpreis haben, ab, dass sie das, was sie tun, ernst meinen und verstehen. solcherart hochnäsige äußerungen gibt es bei uns leider ziemlich oft, auch und gerne dann, wenn es um das thema ordentliche vs. außerordentliche form geht. man fühlt sich da gerne mal besonders heilig (oder so), weil man die dinge nun einmal so und nicht anders macht.
liebe schwestern und brüder: wir alle haben grund zur freude. wir haben nur nicht dieselben ausdrucksweisen. (kirchenmusikalisch gesehen, klingt freude bei max reger auch anders als bei olivier messiaen: hie spätromantisch/bachisch und wuchtig, dort ekstatisch-leuchtend. geht aber beides monstermäßig ab.)
... und wenn man sich das video mal aufmerksam anschaut, wird man sehen, dass die flashmob-freude durchaus ansteckend wirkt (und nicht nur auf den priester). ist das schlecht? freude zu empfinden und auch zu äußern?
nach all dem ärger gab es aber auch einen kommentar von alipius selbst, auf den ich auch noch gern eingehen möchte.
zunächst zum flashmob-aspekt. alipius dazu:
Für mich duftet das wieder mal nach einer dieser "Ich, ich, ich"-Aktionen in der Kirche, wo man schon noch irgendwie etwas zur Verherrlichung Gottes zu tun glaubt, aber letztlich dann doch schwer scheinwerfer- und rampenlicht-taugliche Inszenierungen abliefert, bei denen der Aufwand/Nutzen-Vergleich nicht einleuchtet.also, ein flashmob ist mal ganz bestimmt nicht von "Ich, ich, ich"-gedanken geprägt, sonst wäre der flashmobber ziemlich allein. flashmobs sind quasi definitionsgemäß "wir, wir, wir"-veranstaltungen. ich lasse allenfalls ein "ich auch, ich auch, ich auch" durchgehen. ;-)
aber zugegeben: aufdrängen sollte man sich anderen damit nicht. dem kritikpunkt stimme ich zu.
alipius weiter:
Das ist jetzt zwar nur eine vager Verdacht, aber ich interessierte mich schon dafür, ob die Teilnehmer dieser Aktion ebensoviel Zeit für persönliches Gebet aufbringen, wie für Tanzproben.weiß mans? das ist sehr geschickt formuliert: die direkte unterstellung, jemand, der tanz-flashmobs wie diesen plane, meine es mit dem glauben nicht ernst, ist noch nicht einmal richtig angedeutet. aber sie grinst um die ecke, und ich finde, das müssen die tänzer selbst wissen. es ist nicht unsere sache, sie zu verurteilen (oder eine verurteilung auch nur maximal verbrämt anzudeuten).
alipius abschließend:
Klar darf man so etwas okay finden, aber mein persönlicher Geschmack und nicht ungewichtige kirchliche Stimmen sagen mir, daß solche Nummern in einer Heiligen Messe nur bedingt etwas zu suchen haben.hm. ja, den geschmack erkenne ich voll und ganz an, aber das autoritätsargument ist echt zu einfach. was ist dann mit messen in gemeinden, deren mitglieder überwiegend z.b. amerikaner mit afrikanischen wurzeln (um das mal bemüht politisch korrekt auszudrücken) sind? tanz ist da weit verbreitet, und schlagen sotane autoritäten drein? missbilligen sie es?
"wo zwei oder drei in meinem namen beisammen sind ..."
was man alles so taufen kann ...
in hamburg ereignete sich kürzlich glückhaft ausgegangenes: jemand ließ in einem rollkoffer vor dem kongresszentrum am dammtor-bahnhof ein neugeborenes mädchen zurück. gottlob wurde der portier auf den koffer aufmerksam gemacht und stellte ihn nicht sofort in die abstellkammer zum vergessenen gepäck, sondern wurde auf ein wimmern aus dem koffer aufmerksam, woraufhin er ihn öffnete. die kleine marie (so wurde das findelkind genannt) ist – gott und dem mann, der den portier auf den koffer hinwies – sei es gedankt, wohlauf.
nun hat sich spiegel online heute einen klops geleistet:
der artikel ist hier, aber wer weiß, wie lange der lustige fehler noch drin ist, daher der screenshot. was aus dem artikel auch hervorgeht, ist, dass wohl die kameras am dammtor-bahnhof einen mann mit einem gepäckstück aufgenommen haben, welches dem vor dem kongresszentrum gefundenen koffer sehr ähnelt.
frage am rande: haben die krankenschwestern die kleine marie getauft, oder ihr nur einen namen gegeben?
nun hat sich spiegel online heute einen klops geleistet:
der artikel ist hier, aber wer weiß, wie lange der lustige fehler noch drin ist, daher der screenshot. was aus dem artikel auch hervorgeht, ist, dass wohl die kameras am dammtor-bahnhof einen mann mit einem gepäckstück aufgenommen haben, welches dem vor dem kongresszentrum gefundenen koffer sehr ähnelt.
frage am rande: haben die krankenschwestern die kleine marie getauft, oder ihr nur einen namen gegeben?
Montag, 27. Dezember 2010
bin ich ein internet-taliban?
... hoffentlich nicht. das wird unten vielleicht klarer. ;-)
ich wurde das, sicherlich augenzwinkernd, in einem der willkommensgrüße gefragt, die mir die blogözese netter weise hat zukommen lassen.
nun, was ist der kleinschreiber für einer, und warum hat sein blog-titel so eine komische orthographie mit leer- vor satzzeichen und einem deplatziert scheinenden doppelpunkt in der mitte?
zuerst zum blog-titel. der ist eindeutig abgekupfert von einem, nun ja, traktat arno schmidts, betitelt Atheist ? : Allerdings !. er legt da seine ganz persönlichen gründe für seine glaubensrichtung dar, und zusammengefasst ist da inhaltlich nicht viel neues drin, nur kommt das ganze sprachlich etwas geschliffener daher als sonst vieles - denn schreiben konnte der! und wie! in seiner (t)rotzigkeit schien mir der titel nun in abgewandelter form recht passend für mein blog.
das mit der rotzigkeit erklärt sich quasi von selbst: wenn ein atheist das darf, warum dann nicht auch ein christ? muss man sich denn immer brav wegducken und alle deutlichen worte vermeiden? och nö.
der trotzigkeits-aspekt braucht ein paar mehr worte. was ist man denn als christ, als katholik gar, heutzutage und hierzulande? etwas übertrieben dargestellt doch bestenfalls ein mild belächeltes relikt, das sich weigert, dem zeitgeist hinterherzuhecheln, und das mehr oder weniger regelmäßig veranstaltungen besucht, bei denen komisch angezogene leute irgendwelche okkulten rituale vollziehen - immerhin manchmal mit weihrauch, geil! ein stück weit ist man in dieser rolle auch eine art wellenbrecher, wenn man sich denn den anfechtungen zu stellen bereit ist und sich nicht wegduckt.
ich bin mit dem katholizismus groß geworden, hatte auch meine kommunistisch-atheistische phase (ach ja, die studienzeit ...), bin aber irgendwann zu dem schluss gekommen, dass das nicht zum erfüllen taugt. die wieder-beschäftigung mit meiner früh angetauften konfession führte dann zu einer deutlichen vertiefung, und da bin ich nun.
der prozess ist noch lange nicht abgeschlossen: mein glaube bzw. mein verhältnis dazu ist nicht "fertig". ganz sicher bin ich nicht zu 100 % "romtreu". der einsatz des denkorgans zum gottgegebenen zweck zieht, zumindest was mich angeht, reibungsverluste nach sich. eigentlich ist das eine permanente verortung (wie ein soziologe wohl sagen würde) - wer weiß, vielleicht kommt das auch mal zur ruhe. ich bin gespannt, wie das dann aussieht.
unterm strich kann ich nur sagen, dass mir das katholikendasein sehr viel (lebens)freude bereitet. unsereins hat allen grund dazu. wie ist das ausgeprägt: stundengebet (so viel als möglich, wenn der alltag es zulässt), gottesdienst (ich gebe zu, dass ich nur die "ordentliche" form kenne (und liebe); die "außerordentliche" beobachte ich mit interesse, hatte aber noch nicht die gelegenheit ... was eigentlich abgesehen von äußerlichkeiten den unterschied ausmachen soll, ist mir auch nicht ganz klar), lektorenamt, choralschola, kirchenchor. und natürlich der stete versuch, das alles auch über das rein liturgische hinaus zu leben - christ ist man ja nicht nur durch gottesdienstbesuch (oder?), sondern durch entsprechend inspiriertes handeln. und das ist dann auch der punkt, wo es regelmäßig schwer wird und weh tut. naja, ich arbeite dran.
und im dialog mit menschen, christen wie andersgläubigen (was atheisten natürlich einschließt), ist mir aufgefallen, dass eine gewisse ironische distanz zum eigenen standpunkt auch bei glaubensfragen recht gedeihlich wirken kann. der eine oder andere scherz lockert so manches gespräch auf und erweicht eigentlich verhärtete fronten. das muss ja nicht gleich in zugeständnisse ausarten.
liturgie ist spannend. gregorianik rockt. johann sebastian bach und max reger sind die größten. so.
bin ich also ein internet-taliban?
hoffentlich nicht, aber: Katholik ? : Allerdings !
ich wurde das, sicherlich augenzwinkernd, in einem der willkommensgrüße gefragt, die mir die blogözese netter weise hat zukommen lassen.
nun, was ist der kleinschreiber für einer, und warum hat sein blog-titel so eine komische orthographie mit leer- vor satzzeichen und einem deplatziert scheinenden doppelpunkt in der mitte?
zuerst zum blog-titel. der ist eindeutig abgekupfert von einem, nun ja, traktat arno schmidts, betitelt Atheist ? : Allerdings !. er legt da seine ganz persönlichen gründe für seine glaubensrichtung dar, und zusammengefasst ist da inhaltlich nicht viel neues drin, nur kommt das ganze sprachlich etwas geschliffener daher als sonst vieles - denn schreiben konnte der! und wie! in seiner (t)rotzigkeit schien mir der titel nun in abgewandelter form recht passend für mein blog.
das mit der rotzigkeit erklärt sich quasi von selbst: wenn ein atheist das darf, warum dann nicht auch ein christ? muss man sich denn immer brav wegducken und alle deutlichen worte vermeiden? och nö.
der trotzigkeits-aspekt braucht ein paar mehr worte. was ist man denn als christ, als katholik gar, heutzutage und hierzulande? etwas übertrieben dargestellt doch bestenfalls ein mild belächeltes relikt, das sich weigert, dem zeitgeist hinterherzuhecheln, und das mehr oder weniger regelmäßig veranstaltungen besucht, bei denen komisch angezogene leute irgendwelche okkulten rituale vollziehen - immerhin manchmal mit weihrauch, geil! ein stück weit ist man in dieser rolle auch eine art wellenbrecher, wenn man sich denn den anfechtungen zu stellen bereit ist und sich nicht wegduckt.
ich bin mit dem katholizismus groß geworden, hatte auch meine kommunistisch-atheistische phase (ach ja, die studienzeit ...), bin aber irgendwann zu dem schluss gekommen, dass das nicht zum erfüllen taugt. die wieder-beschäftigung mit meiner früh angetauften konfession führte dann zu einer deutlichen vertiefung, und da bin ich nun.
der prozess ist noch lange nicht abgeschlossen: mein glaube bzw. mein verhältnis dazu ist nicht "fertig". ganz sicher bin ich nicht zu 100 % "romtreu". der einsatz des denkorgans zum gottgegebenen zweck zieht, zumindest was mich angeht, reibungsverluste nach sich. eigentlich ist das eine permanente verortung (wie ein soziologe wohl sagen würde) - wer weiß, vielleicht kommt das auch mal zur ruhe. ich bin gespannt, wie das dann aussieht.
unterm strich kann ich nur sagen, dass mir das katholikendasein sehr viel (lebens)freude bereitet. unsereins hat allen grund dazu. wie ist das ausgeprägt: stundengebet (so viel als möglich, wenn der alltag es zulässt), gottesdienst (ich gebe zu, dass ich nur die "ordentliche" form kenne (und liebe); die "außerordentliche" beobachte ich mit interesse, hatte aber noch nicht die gelegenheit ... was eigentlich abgesehen von äußerlichkeiten den unterschied ausmachen soll, ist mir auch nicht ganz klar), lektorenamt, choralschola, kirchenchor. und natürlich der stete versuch, das alles auch über das rein liturgische hinaus zu leben - christ ist man ja nicht nur durch gottesdienstbesuch (oder?), sondern durch entsprechend inspiriertes handeln. und das ist dann auch der punkt, wo es regelmäßig schwer wird und weh tut. naja, ich arbeite dran.
und im dialog mit menschen, christen wie andersgläubigen (was atheisten natürlich einschließt), ist mir aufgefallen, dass eine gewisse ironische distanz zum eigenen standpunkt auch bei glaubensfragen recht gedeihlich wirken kann. der eine oder andere scherz lockert so manches gespräch auf und erweicht eigentlich verhärtete fronten. das muss ja nicht gleich in zugeständnisse ausarten.
liturgie ist spannend. gregorianik rockt. johann sebastian bach und max reger sind die größten. so.
bin ich also ein internet-taliban?
hoffentlich nicht, aber: Katholik ? : Allerdings !
Abonnieren
Kommentare (Atom)
